Ratgeber

Autokredite gewagt vergeben

Gewagte Autokredite

Die Kreditvergabe an Personen, die über unzureichende Sicherheiten bzw. mangelndes Einkommen verfügen, ist bereits seit längerem Zeitraum in der Kritik. Die Kredite faulten nicht nur vor sich hin, auch wurden diese seitens der Banken verbrieft und als sogenannte toxische Wertpapiere rund um die Welt verkauft. Mittlerweile stellte sich aber heraus, dass nicht nur Banken unzureichende Kreditkriterien stellten. Ebenso wurden von dem Autokonzern BMW Darlehen zur Finanzierung eines Autos unter unzureichenden Kriterien vergeben.

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@ Benjamin Klack / pixelio.de

Folgen der Kreditvergabe unter fehlenden Kriterien

Die Folge des Mottos der Vergabe von Immobilienkrediten trotz fehlendem Einkommen sowie unzureichender Sicherheiten bestand und besteht aus einer Überschuldung. Menschen waren nicht mehr in der Lage, ihre Tilgungsrate zu bezahlen. Somit faulten die Kredite. Somit sahen sich die Banken gezwungen, die Kredite als toxische Wertpapiere auf dem globalen Markt zu verbriefen. Mit diesem Prozess wurde die Finanzkrise ausgelöst und die Kreditinstitute haben aus ihren Fehlern gelernt. Kredite sollten nicht an Personen, die über ein unzureichendes Einkommen bzw. mangelnde Sicherheiten verfügen, vergeben werden.

Autoverkäufe durch gewagte Kredite

Gewagte Kredite wurden aber nicht nur von Kreditinstituten vergeben. Ebenso reihte sich der Hersteller BMW in diesen Vorgang ein. Autokäufer bekamen die Möglichkeit der Finanzierung eingeräumt, obwohl diese ein zu geringes Einkommen verfügten, um die Raten zu bezahlen. Die BMW-Tochter ist aufgrund dieses Vorgehens zu einer Wiedergutmachung verpflichtet. Die Wiedergutmachungen schlagen sich in Millionenhöhe zu Buche. Die Aufsichtsbehörde Australian Securities and Investment Commission (ASIC) begründet diese darin, dass die australische Finanzsparte Kredite ermöglicht haben soll, die zur Investition eines Premiumwagens diente. Diese Möglichkeit wurde trotz unzureichender finanzieller Verhältnisse der Autokäufer eingeräumt.

Wiedergutmachungsprogramm

Das sogenannte Wiedergutmachungsprogramm verlangt dem Konzern BMW rund 50 Millionen Euro ab. Mit dieser Summe sollen etwa 15000 Personen entschädigt werden. Grund dafür ist, dass eben jene Personengruppe zwischen Januar 2011 und August 2016 ins Schleudern gekommen war. Dabei gliedert sich die Summe von 50 Millionen Euro folgendermaßen:

  • 10 Millionen Euro fallen für Wiedergutmachung an.
  • 5,2 Millionen Euro werden in die Zinssenkung investiert.
  • 3,5 Millionen Euro entfallen auf ein Bildungsprogramm, das sich mit der Thematik Umgang von Geld befasst.

Vor allem mit dem letzten Punkt sollen Kreditnehmer vor den Risiken gewarnt werden. Ziel ist es, die Menschen vor einer Überschuldung zu bewahren.

Angst vor einer neuen Krise?

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, welcher an der Universität Duisburg tätig ist, äußert zu der Angst für einer neuen Krise, dass eine Subprime-Welle unwahrscheinlich sei. „Die Hersteller haben dafür ihre eigenen Banken, und die passen in der Regel gut auf, dass die Kredite, die ausgegeben werden, in Ordnung sind. Denn wenn das Geld nicht zurückkommt, fliegen die Manager raus.“

An wen richtet sich das Programm?

Jene, die unter einer Fehlberatung seitens des Konzerns zwischen 2011 und 2016 gelitten haben, können an dem Programm teilnehmen. Dabei handelt es sich um Personen, die eine Autofinanzierung vorgenommen haben und sich diese gar nicht hätten leisten können.

Die Beratungsgespräche seien nicht unter den Anforderungen von Kreditregeln erfolgt und hätten bei vielen Kunden zu unzufriedenstellenden Ergebnissen geführt.

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