Ratgeber

Banken können Kosten weitergeben

Weiterreichung von Kosten möglich

Coeuré, der Direktor der EZB-Bank, äußert, dass er das Risiko im Auge habe, dass sich negative Zinsen durchaus auf die Erträge der Banken auswirken könnten. Jedoch sei eine wachstumsfördernde Geldpolitik seiner Meinung nach unerlässlich, da die Banken andernfalls nicht mehr so viele Kredite vergeben könnten. Weiterhin hätten die Finanzinstitutionen vermehrte Ausgaben in Bezug auf Zinsen. Auch würden die Kapitalerträge sinken.

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@ Günther Heinemann / pixelio.de

Cyran äußert Bedenken

Laut Cyran sei ein herkömmliches Zinsumfeld für die institutionellen Einrichtungen der Banken geeigneter als negative Zinsen. Die Folge von Negativzinsen bestehe darin, dass sich die Banken Möglichkeiten suchen, die Kosten auf die Kunden zu übertragen. Eine Option sei beispielsweise Hypotheken mit höheren Margen zu belegen. Cyran ist der Meinung, dass dieses Vorgehen die Vergabe von Krediten mindert anstatt sie zu fördern.

Kritik sei unbegründet

Coeurè entgegnet jedoch der Kritik seitens Cyran. Die Banken könnten mit einer lockeren Geldpolitik gut umgehen. Die Finanzinstitute hätten ihre die rückläufigen Einnahmen aus den Zinsen ausgleichen können. Problematisch seien jedoch zwei Schwierigkeiten aus der Bankenbranche:

  • In vielen Ländern würden die Bestände der Banken eine hohe Anzahl an faulen Krediten aufweisen.
  • Auch kritisiert Coeurè die Geschäftsmodelle vieler Institutionen. Sie seien langfristig nicht mehr tragbar.

Institute, welche einen zu niedrigen Gewinn erwirtschaften würden, müssten nach Coeuré Wege finden, Einnahmen aus anderen Geschäftszweigen zu finden und sogar die laufenden Betriebskosten senken.

Wirtschaftswachstum als Notwendigkeit

Coeuré betont die Dringlichkeit höheren Wachstums, um nicht nur die Arbeitslosenrate zu mindern, sondern auch den Grad der Verschuldung allgemein zu verringern. Die Inflation müsse wieder in die richtige Richtung zum Ziel der Preisstabilität gelenkt werden. Da die institutionelle Einrichtung der Banken sehr anfällig für Konjunkturschwankungen sei, zeigt sich die EZB entschieden, sich für eine Preisstabilität einzusetzen.

Wie wirkt sich der Leitzins aus?

Die EZB setzt sich nicht nur für Preisstabilität ein, sie bestimmt aus den Leitzins. Dieser bezeichnet die Zinskonditionen, zu denen sich Banken bei der Notenbank Geld leihen können. Geschäftsbanken benötigen dieses Geld, um beispielsweise Unternehmen oder auch Verbrauchern Kredite gewähren zu können. Derzeit liegt der Leitzins bei lediglich 0,05 %. Aus Sicht der Verbraucher können derart niedrige Zinsen die Konjunktur anregen. Zum Beispiel werden vermehrt Kredite für verschiedene Investitionen aufgenommen.

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